Willkommen in meinem Blog! Hier geht es um Musikerinnen. Vor allem um Frauen, die ihre Musik selbst machen, das heißt selbst schreiben und selbst spielen. Ich stelle bekannte Künstlerinnen vor und weniger bekannte, Hauptsache tolle Musik. Vorschläge sind jederzeit willkommen!





Posts mit dem Label Frankreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Frankreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Nolwenn Leroy



Nolwenn Leroy ist eine französische Sängerin. Sie wurde 1982 in Saint-Renan/Bretagne als Nolwenn Le Magueresse geboren. Schon früh entdeckte die Tochter des Fußballprofis Jean-Luc Le Maqueresse ihr musikalisches Talent und begann, Geigenstunden zu nehmen. Mit gerade einmal 16 Jahren packte sie ihre Sieben Sachen, um mit Hilfe eines Stipendiums des Vichy Rotary Clubs im fernen Ohio Musik zu studieren. Nach ihrer Rückkehr schrieb sie sich am Musikkonservatorium von Vichy ein.
2002 gewann Nolwenn die zweite Staffel der Castingshow Star Academy. Mit ihrer ersten Single Cassé konnte sie sich 2003 in den französischen und Schweizer Charts platzieren. Auch ihr erstes Album Nolwenn verkaufte sich sehr gut in französischsprachigen Ländern, erreichte Platz 1 und Doppel-Platin in Frankreich (mehr als 600.000 verkaufte Platten) und Platz 2 in der Schweiz und Belgien. 2004 wurde sie bei den NRJ Music Awards als „Französischsprachiger Newcomer“ ausgezeichnet.
Auch das zweite Album Histoires Naturelles (2007) wurde zum Erfolg und erreichte Platin in Frankreich.
Le Cheshire Cat & Moi war ein Projekt, das im Jahr 2007 gestartet wurde. Die Songs stammen hauptsächlich von Nolwenn Leroy und Teitur Lassen, mit weiteren Beiträgen von Jonatha Brooke, Rupert Hine, Michelle Featherstone und Mike Errico. Es entstand ein komplett akustisches Album, das im Dezember 2009 veröffentlicht wurde.
Auf ihrem vierten Album Bretonne (2010) erinnert sich die Sängerin an ihre Wurzeln in der Bretagne. Begleitet von berühmten Künstlern aus der Region, spielte sie traditionelle keltischen Lieder aus der Bretagne, England und Irland ein, die bis ins Mittelalter zurückgehen. Mit einem Jahr Verspätung erschien das Album 2012 auch in Deutschland.
Es wurde Nolwenn Leroys erfolgreichstes Album mit über 1,2 Mio. verkauften Exemplaren. Neben Platz 1 in Frankreich und Belgien erreichte eines ihrer Alben erstmals auch die deutschen Charts und machte sie über den französischsprachigen Raum hinaus bekannt.
In diesem Jahr 2012 erschien das aktuelle Album O Filles De L'eau.








                                                                


                                                                                        

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Françoise Hardy



Françoise Hardy ist eine französische Chansonsängerin und Komponistin. Sie wurde 1944 in Paris geboren. Sie wuchs als uneheliches Kind zusammen mit ihrer Schwester bei ihrer Mutter auf. Die Scham über ihre familiären Verhältnisse begleitete die junge Frau die ganze Zeit während ihres Heranwachsens. Ihre Schüchternheit beeinträchtigte ihre musikalische Laufbahn lange Zeit. Erst die positiven Reaktionen ihrer Umwelt überzeugten sie, diesen Weg zu gehen.
1961 unterschrieb Françoise Hardy einen Plattenvertrag und 1962 hatte sie mit Tous Les Garçons Et Les Filles ihren ersten Hit. Bald spielte sie ihre Songs auch auf Englisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch und Portugiesisch ein. 1963 startete sie für Monaco beim Eurovision Song Contest mit L’amour s’en va und erreichte den fünften Platz. 1968 erhielt sie den Schallplattenpreis Grand Prix du Disque de l’Académie Charles Cros. In Deutschland wählte die Jugendzeitschrift Bravo Françoise Hardy 1966 zur zweitbeliebtesten Sängerin. Bei Konzertreisen durch England und Österreich feierte sie große Erfolge.
Mit ihrer Bescheidenheit und ihrem zunehmend androgynen Auftreten erreichte sie die Herzen vieler Männer und Frauen. Sie spielte mit den vorgegebenen Geschlechterrollen. Ihre große Popularität hielt sich in Frankreich bis weit in die 70er und 80er Jahre, obwohl sie wegen ihres Lampenfiebers nach 1968 nur noch selten vor einem großen Publikum auftrat. 1981 heiratete sie ihren Kollegen Jaques Dutronc.
Im Mai 2000 gelang ihr mit dem Album Clair Obscur, das in Frankreich bereits wenige Wochen nach Veröffentlichung sechsstellige Verkaufszahlen erzielt hat, ein Comeback. Auf dem Album wird sie von ihrem Sohn auf der Gitarre begleitet; es enthält auch je ein Duett mit Dutronc - das auch als Single erfolgreiche Puisque vous partez en voyage - sowie mit Iggy Pop (I’ll Be Seeing You) und Étienne Daho. 2001 erschien, trotz ihrer selbstkritischen Haltung zur Musik ihrer frühen Jahre, 50 Lieder der bisherigen Karriere als Zusammenstellung.
Bis heute veröffentlicht Françoise Hardy regelmäßig neue Alben. Musik und Texte schreibt sie meist selbst. Ihre Lieder handeln von Liebe, Leid und Einsamkeit, Themen mit denen sich viele Menschen identifizieren können. Noch heute ist sie ein Star im In- und Ausland und verfügt über eine enorme Fanschar.









                                                                   





                                                                                                                           

Dienstag, 20. November 2012

Mylène Farmer



Mylène Farmer ist eine französische Popsängerin. Sie wurde 1961 In Pierrefonds, Kanada als Mylène Jeanne Gautier geboren. Ihr Künstlername Farmer stammt von einem ihrer Vorbilder, der Schauspielerin Frances Farmer. Sie wuchs zuerst in Kanada, wo ihr Vater arbeitete und später in einem Vorort von Paris auf. Neben der Schule beschäftigte sie sich vor allem mit dem Reiten. Kurz vor dem Abschluss verließ Mylène die Schule und nahm Schauspielunterricht. Um Geld zu verdienen, verkaufte sie nebenbei Schuhe, arbeitete als Werbemodel und Arzthelferin. Während dieser Zeit lernte sie im Rahmen eines Castings Laurent Boutonnat kennen, mit dem sie bis heute zusammenarbeitet. Er schreibt nicht nur die Musik für ihre Lieder, während sie meist für den Text verantwortlich ist, sondern führte auch bei einigen ihrer Musikvideos Regie.
1984 wurde die Debüt-Single Maman A Tort veröffentlicht. Den Durchbruch schaffte Mylène Farmer aber erst zwei Jahre später mit dem Album Cendre De Lunes. Auch die nächsten beiden Produktionen, Ainsi Soit-Je (1988) und L'autre (1991), wurden zu großen Erfolgen. Mit ihren Songs wie z.B. Sans Contrefaçon und vor allem Désenchantée erreichte sie nicht nur die Charts in Frankreich, sondern auch in der Schweiz, Belgien und auch in Deutschland.
Die späteren Alben erreichten nicht mehr den Stellenwert der ersten Zeit. Ihr Erfolg beschränkte sich fort hin auf den französischen Sprachraum. Mylène Farmer experimentierte mit verschieden Musikstilen, kehrte aber immer wieder zu ihrem bewährten Sound zurück. Berühmt ist sie besonders für ihre spielfilmhaften Musikvideos und ihre aufwendig produzierten Konzerte. In Frankreich und Belgien tritt sie gern in großen Stadien auf, die meist bis auf den letzten Platz ausverkauft sind. In den Medien, vor allem auch im Internet ist die Künstlerin dagegen kaum vertreten. Ganz untypisch für das heutige Musik-Geschäft gibt es keine offizielle Homepage.
Im Dezember 2012 wird das neue Album Monkey Me erscheinen und 2013 geht Mylène Farmer wieder auf große Tournee.





                                                                    

                                                                                    

Donnerstag, 1. November 2012

Edith Piaf



Heute beschäftige ich mich mit der wohl größten Chansonsängerin aller Zeiten – Edith Piaf. Sie wurde 1915 als Edith Giovanna Gassion in Paris geboren.
Da ihre Mutter sich nicht um sie kümmerte, wuchs sie bei ihrer Großmutter auf, die sie jedoch vernachlässigte. Zurückgekehrt aus dem Krieg nahm der Vater, ein Zirkusakrobat, seine Tochter bei sich auf. Sie war erst sieben, als sie das erste Mal mit auf Tournee kam. Mit zehn Jahren begann sie auf der Straße zu singen. Edith Piaf wurde stark geprägt von der Gewalttätigkeit des Milieus, in dem sie aufwuchs, und vom Alkoholismus ihres Vaters.
Mit 15 zog sie nach Paris und trat zusammen mit einer Freundin als Straßensängerin auf. Mit 17 bekam sie ein Kind, das mit zwei Jahren an Hirnhautentzündung starb.
1935 wurde Edith von Louis Leplée, einem bekannten Nachtclubbesitzer, entdeckt. In seinem Club wurde die zierliche Sängerin mit der kräftigen, gefühlsbetonten Stimme zur Sensation des Jahres. Leplée war es auch, der ihr den Spitznamen piaf – Spatz – gab, der später zu ihrem Künstlernamen wurde. Nach dessen Ermordung geriet Edith kurzfristig in Verdacht der Mitwisserschaft. Obwohl sie freigesprochen wurde, flüchtete sie daraufhin in die Provinz und kehrte erst 1937 wieder nach Paris zurück.
Der Geschäftsmann Raymond Asso verhalf ihr schließlich zum endgültigen Durchbruch. Er brachte sie mit der Pianistin und Komponistin Marguerite Monnot zusammen, eine Verbindung, die bis zum Ende von Piafs Karriere andauerte. Er schrieb auch ihren ersten Hit Mon Legionnaire und verschaffte ihr Auftritte in den renommiertesten Konzertsälen von Paris.
Edith Piaf war am ersten Höhepunkt ihrer Karriere. Während Asso zum Militär musste, schrieb Jean Cocteau ihr und ihrem neuen Lebenspartner, dem Schauspieler Paul Meurisse, 1939 den Einakter Le Bel Indifférent auf den Leib. Der Erfolg war so groß, dass sie ein Jahr später gemeinsam im Kinofilm Montmartre Sur Seine auftraten.
Während des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzungszeit blieb sie in Paris und gab Konzerte für Kriegsgefangene. Dabei schmuggelte sie gefälschte Arbeitserlaubnisse in Gefangenenlager, um einigen Soldaten die Flucht zu ermöglichen. In dieser Zeit unterhielt sie ein leidenschaftliches Verhältnis zu dem sechs Jahre jüngeren Chansonnier Yves Montand, dessen Karriere sie förderte.
1947 war die Sängerin in ganz Europa ein gefeierter Star. Ihr Versuch, auch in den USA Fuß zu fassen scheiterte dagegen. Doch lernte sie dort den Boxer Marcel Cerdan kennen, der ihre große Liebe wurde. Als dieser 1949 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, erlitt sie einen Schock, von dem sie sich Zeit ihres Lebens nicht wieder richtig erholte. Sie litt unter Depressionen und ihrer angeschlagenen Gesundheit. Ihre Probleme bekämpfte sie einerseits mit Drogen und Alkohol, andererseits mit zahlreichen Liebesaffären.
1952 heiratete sie mit Marlene Dietrich als Trauzeugin den Komponisten Jacques Pills, der für sie Je T'ai Dans La Peau mit Gilbert Becaud schrieb. Das Glück währte jedoch nur kurz. Nach vier Jahren ließen sich Edith Piaf und der ebenfalls alkoholsüchtige Pills wieder scheiden.
Anschließend konzentrierte sie sich vor allem auf ihre Konzerttätigkeit. Sie trat in Mexiko und Havanna auf, 1956 war sie die erste Varietésängerin, die ein Gastspiel in der New Yorker Carnegie Hall hatte, 1958 trat sie für drei Monaten am Stück im Pariser Olympia auf.
1959 verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand nach einem schweren Verkehrsunfall rapide. Zusätzlich zu den schon vorhandenen Problemen wurde auch noch Krebs diagnostiziert. Trotz allem gab sie weiterhin Konzerte und veröffentlichte so bekannte Chansons wie Milord und das unvergessene Je Ne Regrette Rien, das deutliche autobiographische Züge trägt.
1962 heiratete sie den 20 Jahre jüngeren griechischen Sänger Teaphanis Lamboukas und sang vom Eiffelturm aus für eine riesige Menschenmenge. Beides konnte die rasche Verschlechterung ihrer Gesundheit aber nicht aufhalten. Anfang 1963 nahm sie noch L'Homme De Berlin auf, bevor sie sich an die Côte D'Azur zurückzog, wo sie nach mehreren Krankenhausaufenthalten am 11. Oktober 1963 starb. Die Beerdigung fand vier Tage später unter Teilnahme von 40.000 Trauernden im Pariser Friedhof Père Lachaise statt.
Bis heute ist Edith Piafs Beliebtheit ungebrochen. Mit ihrer emotionalen Art, Chansons zu singen hat sie sich in die Herzen unzähliger Menschen gesungen. Ihre Musik ist unvergessen.  







                                                                     







                                                                                                                                 

Freitag, 6. Juli 2012

Newcomerinnen: Imany



Imany ist eine franco-komorische Soulsängerin. Sie wurde 1979 in Martigues als Nadia Mladjao geboren. Ihr Künstlername Imany stammt aus ihrer Muttersprache Swahili und bedeutet Glaube. Sie wuchs in einem Vorort von Paris auf. Als Kind schon träumte sie davon, Sängerin zu werden. Doch ihre Schüchternheit hielt sie davon ab, entsprechende Schritte zu unternehmen. Es reichte nur zum Schulchor.
Mit 19 ging sie nach New York und arbeitete in der Modebranche als Model. Nach sieben Jahren hatte sie genug : "Ich hatte keine Lust mehr, nur als wandelnder Kleiderbügel durchs Leben zu gehen". Wieder in Paris beschloss Imany,ihrer großen Leidenschaft, der Musik, eine Chance zu geben. Sie verarbeitete die letzten Jahre mit dem Schreiben von Songs. Mit Hilfe des senegalesischen Produzenten Malick N'Diaye, der ihre soulige Stimme im Sommer 2008 entdeckte, ging es fortan auf Tour durch die unzähligen Clubs der Seine-Metropole, um sich als Sängerin einen Namen zu machen.
Nach der EP Acoustic Sessions (2010) erschien ihr Debütalbum The Shape Of A Broken Heart 2011 in Frankreich und im Juni 2012 endlich auch in Deutschland. Langsam aber beharrlich erarbeitet sich Imany ihre Zuhörer. Ihre Musik ist eine Mischung aus Folk und Soul mit kleinen afrikanischen Schnipseln. Die Texte handeln von Liebe, vom Weggehen und der Suche nach Identität. Mit ihrer Stimme, die ein wenig an Tracy Chapman erinnert, zieht Imany die Hörer in ihren Bann.
Mich hat sie auf der Stelle erobert. Schöne, einfache Musik und diese Stimme, die mir durch und durch geht – ein absolut beachtenswertes Debüt!






     

                                                                     


                                                                                   

Freitag, 25. Mai 2012

Musikgeschichte: Cécile Chaminade



Cécile Chaminade war eine französische Pianistin und Komponistin. Sie wurde 1857 in Paris als drittes von vier Kindern einer wohlhabenden bürgerlichen Familie geboren. Gefördert von ihrer Mutter, einer Sängerin und Pianistin, zeigte sich schon früh ihre musikalische Begabung. Mit acht Jahren komponierte sie ihre ersten Stücke und trotz der ausdrücklichen Missbilligung ihres Vaters, gab sie mit 18 Jahren ihr erstes Konzert.
Cécile Chaminade verfolgte ihre Karriere als Komponistin und Pianistin, indem sie ihre Werke im In- und Ausland selbst aufführte. Ihr Name war regelmäßig auf Konzertprogrammen auf dem europäischen Festland, in Großbritannien und den USA zu lesen. Sie schrieb hauptsächlich Charakterstücke für Klavier und Salonlieder, die fast alle auch veröffentlicht wurden. 1882 wurde ihre einaktige komische Oper La Sévillane op. 10 uraufgeführt. Sie trat besonders gerne in England auf und wurde zu einem Lieblingsgast der Königin Victoria. Um 1900 wurden Fanclubs in den USA gegründet, und 1908 spielte sie innerhalb von drei Monaten in zwölf US-Städten. 1913 wurde sie als erste Komponistin überhaupt in die französische Ehrenlegion aufgenommen.
Was Ehe und Familie betraf, hatte Cécile Chaminade für die damalige Zeit ungewöhnliche Anschauungen: „Es ist schwierig, das häusliche Leben mit dem künstlerischen zu vereinbaren”, stellte die Musikerin einmal fest. Lange Zeit hatte sie allein gelebt und erklärt: „Meine Liebe gehört der Musik, ich bin ihre Priesterin, ihre Vestalin“. 1901 heiratete sie schließlich den zwanzig Jahre älteren Musikverleger Louis-Mathieu Carbonel. Sie behielt aber ihren Namen und legte in einer Art Ehevertrag fest, dass sie auch weiterhin die alleinigen Rechte an ihrem Besitz und Einkommen behielt. „Wenn eine begabte Frau einen Mann heiratet, der die Künstlerin in ihr achtet, kann eine solche Ehe beiden Glück bringen“. Die Ehe endete wenige Jahre später unerwartet mit dem Tod Carbonels.
Nach zahlreichen Konzert-Tourneen, auf denen Cécile Chaminade wie ein Star gefeiert worden war, starb 1912 mit über 80 Jahren ihre Mutter, die sie ihr Leben lang auf ihren Reisen begleitet hatte. Nach und nach nahmen ihre kreativen Aktivitäten ab. Während des Ersten Weltkriegs kümmerte sie sich als Leiterin eines Genesungsheims fast ausschließlich um kranke Soldaten. In den 1920er Jahren wurde ihr Gesundheitszustand zunehmend schlechter. 1936 zog Cécile Chaminade nach Monte Carlo, um ihren Lebensabend dort zu verbringen. Zwei Jahre später musste ihr linker Fuß amputiert werden. Während der folgenden Jahre fühlte sie sich oft einsam, in einem Brief spricht sie die Hoffnung aus, „nicht vergessen zu werden, in den Herzen und Erinnerungen derer weiterzuleben, die einen verstehen“ – das sei der größte Trost für einen Künstler –, und sie dankte allen, die sich an sie erinnern mögen.
1944 starb Cécile Chaminade in Monte Carlo. Nach ihrem Tod 1944 umfasste ihr Werk rund 400 Kompositionen, die fast alle im Druck erschienen sind.
Cécile Chaminades Stücke sind in den letzten Jahren wieder vermehrt auf Konzertprogrammen zu entdecken. Viele KünstlerInnen, hauptsächlich PianistInnen und SängerInnen nehmen sich ihrer Musik an. Dies könnte unter anderem damit zusammenhängen, dass das noch im 19. Jahrhundert als Kitsch bezeichnete Genre der Salonmusik im Allgemeinen historisch aufgewertet wurde. Zahlreiche Ensembles und einzelne Künstler lassen diese Musik, in deren Tradition auch Cécile Chaminades Stücke verwurzelt sind, wieder aufleben. Namhafte Künstler wie der Pianist Eric Parkin, die Mezzosopranistin Anne Sophie von Otter oder der Flötist James Galway haben hervorragende Einspielungen der Werke Chaminades vorgelegt.





                                               






                                                        



                                                         

Dienstag, 13. Dezember 2011

Zaz


Zaz ist eine französische Nouvelle-Chanson-Sängerin. Sie wurde 1980 in Tours als Isabelle Geffroy geboren. Ihre musikalischen Fertigkeiten erwarb sie beim Studium an der CIAM (Centre d'Information et d'Activités Musicales) in Bordeaux. Ihre ersten Auftritte hatte sie zusammen mit einer Bluesband. Danach ging sie mit einem baskischen Tanzorchester auf Tour. Zwei Jahre später sah sich Zaz als Sängerin einer Latinrockband den unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen ausgesetzt. Afrikanische, andalusische, arabische und lateinamerikanische Klänge strömten auf die junge Musikerin ein.
Später wurde Zaz Mitglied eines Cabarets in Paris, wo sie täglich fünf Stunden auf der Bühne stand. Wenn das Geld am Ende des Monats knapp zu werden drohte, stellte sie sich zusammen mit zwei befreundeten Musikern im Künstlerviertel Montmartre an eine Straßenecke und sang. Dabei konnte sie sich ihrem Faible für absolute Genrevielfalt hingeben. Jazz, Blues und Chansons wurden zu einem ganz eigenen Stil vermischt.
Wo und wie auch immer man ihr die Gelegenheit gab, präsentierte Zaz ihre Musik mit einer erfrischenden Lebensfreude, die keinen kalt ließ. War es nun vor 10.000 Zuschauern im Stadion von Hendaye (im äußersten Südwesten des Zentralstaates), als Interpretin eines Edit-Piaf-„Greatest-Hits“-Sets im Herzen Sibiriens, bei Gratis-Konzerten in kolumbianischen Salzminen oder auf Tour durch Ägypten.
2009 begeisterte sie das Publikum bei einem Talentwettbewerb und gewann überraschend. Besonders beeindruckt von ihrer Performance war Frankreichs Pop-Superstar Raphaël Haroche, der sofort beschloss, drei Songs für sie zu schreiben. Jene drei Stücke finden sich nun auf Zazs selbst betiteltem Debütalbum, das im Frühjahr 2010 in Quebec und Frankreich aufgenommen wurde. Es kletterte auf Platz eins der französischen Charts und blieb dort ein halbes Jahr. In Deutschland erschien das Album im Oktober 2010. Es kam bis Platz drei der Charts und erreichte Platinstatus. Vor allem die Single Je Veux wurde zum Riesen-Hit und lief im Radio rauf und runter.
Mit ihrer unverkennbaren, rauchigen Stimme und ihrem konventionellen Auftreten hat sich Zaz in die Herzen vieler Menschen gesungen. Ein angenehm bunter Tupfen in der oft so gleichförmigen Musikszene. Das Rolling Stone Magazine meint dazu:
“Wie eine ‘Piaf des Blues’, aufgejazzt von Django Reinhardt, schwebt Zazs Stimme über den Gypsy-Jazz-Beats ihres Gitarristen Guillaume Juhel, in einem Genre, das von seinen Musikern uneingeschränkte Virtuosität verlangt.“