Willkommen in meinem Blog! Hier geht es um Musikerinnen. Vor allem um Frauen, die ihre Musik selbst machen, das heißt selbst schreiben und selbst spielen. Ich stelle bekannte Künstlerinnen vor und weniger bekannte, Hauptsache tolle Musik. Vorschläge sind jederzeit willkommen!
Anfang
Februar 2013 ist das siebte Studioalbum der kanadischen Schwestern Tegan and Sara – Heartthrob erschienen. Produziert wurde das Werk
von Greg Kurstin, Justin Meldal-Johnsen and Mike Elizondo, allesamt
Größen der Musikszene, die u.a. für Beck, Pink, Eminem, Kesha und
Kelly Clarkson gearbeitet haben. Diese Auswahl zeigt schon die
Richtung, die Tegan and Sara mit Heartthrob eingeschlagen haben -
moderner, kommerzieller Synthie-Pop.
Mögen
sich auch die Fans der ersten Stunde schwarz ärgern, diese
musikalische Entwicklung war schon in den letzten Jahren zu erkennen,
kann also nicht wirklich überraschen. Nach Jahren in der Indie-Szene
mit überschaubaren Fans und ebenso überschaubaren
Tonträger-Verkäufen, ist es nur zu verständlich, dass die
Schwestern jetzt auch einmal ganz vorne mitmischen wollen. Man kann
am Beispiel Gossip sehen, wie gut das gelingen kann.
Die
Single-Auskopplung Closer ist dann auch ein solider Pop-Song mit
Ohrwurm-Garantie in 80er Stimmung ohne den typischen
Tegan-and-Sara-Sound außer Acht zu lassen. Ja, all das kann ein Song
in sich vereinen und es macht Spaß, zuzuhören. Zwischen die gut
gelaunten, tanzbaren Titel schleicht sich auch mal eine Ballade wie I
Was A Fool, die den Zwillingen auch gut steht.
Auf
Heartthrob haben Tegan and Sara ihre jugendlichen Kanten abgelegt und
klingen weicher, moderner und auch positiver. Mir gefällt das Album
sehr gut und ich habe allen Respekt vor dieser musikalischen
Wandlung. Die Schwestern haben hier neue Gipfel erstürmt, ohne ihre
Seele zu verkaufen.
Hörtipps:Closer, I'm Not You're Hero, Now I'm All Messed Up
Diana
Krall ist eine kanadische Jazzpianistin und Sängerin. Sie wurde 1964
in Nanaimo/British Columbia geboren. Ihre Familie war sehr
musikalisch und so lernte sie schon mit vier Jahren Klavier spielen.
Zuhause wurde neben klassischer Musik auch viel Jazz gehört, die
Weichen in diese Richtungen wurden also schon früh gestellt. In der
High School spielte Diana in der Jazz-Band und mit 15 hatte sie
regelmäßige Auftritte in Nanaimo.
Das
Vancouver International Jazz Festival sponserte ihr mit 17 ein
Musikstudium am Berklee College of Music in Boston. Nach drei
Semestern ging sie nach Los Angeles und später nach New York. In
dieser Zeit arbeitete sie mit verschiedenen Musikern und entwickelte
ihren Gesang.
1993
erschien ihr Debütalbum Stepping Out. Tommy LiPuma entdeckte sie für
das GRP-Label und produzierte 1995 Only Trust Your Heart. Bereits mit
dem nächsten Album All For You (1996) wurde sie für den Grammy
nominiert und hielt sich damit 70 Wochen in den Billboard Traditional
Jazz Charts.
Der
Smooth-Jazz mit der dunklen, weichen Stimme Diana Kralls kam beim
Publikum sehr gut an. Das 1999er-Album When I Look In Your Eyes hielt
sich rekordverdächtige 52 Wochen auf Platz eins der
Billboard-Jazzcharts und bescherte der Musikerin neben einer
Nominierung in der Kategorie Album Of The Year (!) zwei Grammys in
den Kategorien Best Jazz Vocal Performance und Best Engineered Album,
Non Classical.
Mit The
Look Of Love (2001) konnte sie diesen Erfolg noch toppen. Das Album
stieg auf Platz neun der Popcharts ein und verkaufte allein in den
USA in der ersten Woche 95.000 Einheiten.
Im
Dezember 2003 heiratete sie den britischen Musiker Elvis Costello.
Mit seiner Unterstützung fasste sie den Mut, selbst zu texten und zu
komponieren. Gemeinsam arbeiteten sie am Album The
Girl in the Other Room, das
im April 2004 erschien. Das Album gilt als deutlicher Schritt Diana
Kralls hin zu mehr künstlerischer Eigenständigkeit und
Persönlichkeit.
Dass sie
auch von anderen Musikrichtungen inspirieren lässt, zeigen das
Bossa Nova-Album Quiet Nights (2009) und vor allem die aktuelle
Produktion Glad Rag Doll (2012). Unter der Regie des Musikers und
Produzenten T Bone Burnett überrascht Diana Krall hier mit rauh und
erdig aufgenommenen Tracks, die größtenteils dem Fundus des
American Songbook der zwanziger und dreißiger Jahre entstammen.
The
Ransom ist ein Song aus dem zweiten Album von Madison Violet – No
Fool For Trying (2009). Der wunderbare Harmoniegesang von Brenley
MacEachern und Lisa MacIsaac kommt hier besonders zum Tragen.
Die
beiden Kanadierinnen singen von dem manchmal schwierigen Leben als
Musikerinnen, von Auftritten in verräucherten Clubs und chronischem
Geldmangel. Ich war schon beim ersten Hören von dem Song angetan und
mag ihn auch jetzt noch sehr.
The Ransom
i'll
pay the rent you pay the ransom if you can by accident we're
down we're down to our last cent
the
money ain't coming in like i hoped and all this smoke is like
a hammer in my throat it's only rock and roll with a sold out
show darlin' please can we go home
quiet
down in front gotta get through this before i burn out hey
mister don't you run this town i can't hold my tongue so
bring the curtain down
the
money ain't coming in like i hoped motor court hotels are
gonna confiscate my soul it's gonna hurt like hell when the
story's too sad to be told darlin' please can we go home
the
money ain't coming in like i hoped we're a day too late about
a dollar too short i'm run down drained can't give it no more
darlin' please can we go home
Chantal
Kreviazuk ist eine kanadische Singer-Songwriterin. Sie wurde 1973 in
Winnipeg/Manitoba geboren. Sie hat ukrainische, schottische und
indianische Wurzeln.
1997
wurde ihr Debüt-Album Under These Rock and Stones veröffentlicht
und erhielt gute Kritiken aus der Musik-Branche. Es verkaufte sich
gut und erreichte Doppel-Platin-Status.
Chantal
Kreviazuk wurde als Beste Neue Künstlerin für den Juno nominiert
und spielte 1998 auf dem Lilith Fair Festival.
1999
entstand ihr zweites Album Colour Moving And Still, das sie zusammen
mit ihrem Ehemann Raine Maida, dem Sänger der Rockgruppe Our Lady
Peace, geschrieben hatte. Auch diese Veröffentlichung war sehr
erfolgreich und die Musikerin erhielt zwei Junos.
Das
nächste Album What If All Means Something (2002) enthielt den Hit In
This Life. Chantal Kreviazuks Songs wurden in mehreren Filmen und
vielen TV-Serien verwendet. Am erfolgreichsten dabei war Leaving On A
Jetplain aus dem Film Armageddon. Ihre Popularität wuchs dadurch
enorm.
Ab 2003
machte sie sich auch als Songwriterin für andere Künstler einen
Namen. So schrieb sie Songs für Avril Lavigne, Kelly Clarkson, Gwen
Stefani, Mandy Moore, Carrie Underwood und viele mehr.
Chantal
Kreviazuk lebt zusammen mit ihrem Mann und drei Söhnen in Los
Angeles. Ihr neues Album, die Live-Aufnahme eines Konzerts mit
Symphonie-Orchester, erscheint im Juli 2012.
Serena
Ryder ist eine kanadische Singer-Songwriterin. Sie wurde 1983 in
Toronto geboren. Sie wuchs in einem sehr musikalisch orientierten
Elternhaus auf. Ihre Mutter war Background-Sängerin und ihr Vater
spielte in einer Folk-Gruppe. Serena beschloss schon sehr früh, ihr
Geld mit Musik zu verdienen und wurde von ihren Eltern auch darin
bestärkt.
Sie
brachte sich selbst das Gitarre spielen bei und schrieb bald eigene
Songs. Mit 15 Jahren veröffentlichte ihr erstes unabhängig
produziertes Album Falling Out.
In den
folgenden Jahren spielte Serena Ryder in Clubs und Bars und machte
sich nach und nach einen Namen als vielversprechendes Talent. 2003
erhielt sie einen Vertrag bei dem Label Isadora und 2005 erschien das
Album Unlikely Emergency. Die junge Musikerin erhielt gute Kritiken
und ihr Song Just Another Day wurde zum kleinen Radio-Hit.
Das 2006
bei EMI erschienene Album If Your Memory Serves You Well ist eine
Sammlung von bekannten kanadischen Songs von Musikern wie z.B.
Leonard Cohen (Sisters Of Mercy), Galt MacDermot (Good Morning
Starshine) oder Paul Anka (It Doesn't Matter Anymore).
2007
ging sie mit Aerosmith auf Tour und erhielt den kanadischen Juno
Award als Nachwuchskünstlerin des Jahres.
2008
veröffentlichte Serena Ryder ihr bisher letztes Album Is It OK.
Avril
Lavigne ist eine kanadische Rock- und Pop-Sängerin. Sie wurde 1984
in Belleville/Ontario geboren. Als mittleres von drei Kindern wuchs
sie in der Kleinstadt Napanee auf. In einer Privatschule erhielt
Avril eine Ausbildung in Musik und Schauspiel. Dabei brachte
sie sich im Alter von acht Jahren das Gitarre spielen selbst bei,
später mit zwölf Jahren auch das Klavier spielen. Mit Unterstützung
ihrer Eltern trat sie fortan in Kirchen, bei Dorffesten und kleineren
Veranstaltungen auf. Mit 16 Jahren unterschrieb sie einen
Plattenvertrag bei Arista und zog nach New York. Nach Schwierigkeiten
mit den Produzenten ging sie nach Los Angeles, wo sie mit Clif
Magness an ihren Songs arbeitete.
2002
erschien das Debütalbum Let Go. Es wurde zum Bestseller und erhielt
vierfach Platin. Die Single Complicated kletterte in mehreren
Ländern, darunter USA, Kanada und Deutschland, auf die Nummer 1 der
Charts. 2003 gewann Avril Lavigne vier Juno Awards und wurde für
acht Grammys nominiert.
2004
wurde das zweite Album Under My Skin veröffentlicht. Es wurde
ähnlich erfolgreich wie sein Vorgänger. Avril Lavigne etablierte
sich auch als Songwriterin für andere Musiker. So schrieb sie den
Hit Breakway für Kelly Clarkson. Auf der Tournee zum Album gab die
junge Musikerin 120 Konzerte auf der ganzen Welt. Sie spielte dabei
Gitarre, Piano und Schlagzeug.
2007
erschien das Album The Best Damn Thing, auf dem auch der Song Keep
Holding On vom Soundtrack des Films Eragon enthalten ist. Die
Verkaufszahlen blieben deutlich hinter denen früherer Zeiten zurück.
Doch Avril Lavigne trat auch jenseits der Musik in Erscheinung. Sie
kreierte ihre eigene Modelinie und mehrere Parfums.
2011
wurde das aktuelle Album Goodbye Lullaby veröffentlicht. Es ist
dunkler und reifer als die Vorgänger, Avril Lavigne verarbeitete
hier ihre gescheiterte Ehe mit sehr persönlichen Songs.
Ferron
ist eine kanadische Singer-Songwriterin. Sie wurde 1952 als Debby
Foisy geboren. Sie wuchs als ältestes von sieben Kindern in der Nähe
von Vancouver auf. Hin und hergerissen zwischen verschiedenen
Pflegeheimen, ihrer Mutter und einem gewalttätigen Stiefvater,
flüchtete sie sich früh in die Musik. Mit elf lernte sie Gitarre
spielen und schrieb bald eigene Songs. Mit 15Jahren verließ sie
schließlich ihr Zuhause und war von da aus für sich selbst
verantwortlich.
1971
änderte die Musikerin ihren Namen in Ferron und konzentrierte sich
ganz auf die Musik. Sie kämpfte sich durch die Clubszene und als
offen lesbische und feministische Musikerin, trat sie vor allem bei
feministisch orientierten Anlässen auf. Sie gründete ihr eigenes
Plattenlabel Lucy Records und veröffentlichte ihr Debütalbum Ferron
1977.
Das 1980
entstandene Album Testimony war das erste professionell produzierte
und Ferron konnte damit erstmals in den USA Aufmerksamkeit erregen.
Besonders die Fauenmusikszene war begeistert von der Kanadierin. 1984
konnte Shadows On A Dime dann auch die restliche Musikindustrie
überzeugen. Ferron galt von nun an als ernstzunehmende Folk-Sängerin
mit poetisch herausragenden Texten.
Insgesamt
veröffentlicht Ferron in ihrer Karriere 16 Alben (bis jetzt). Immer
wieder zieht sie sich für kurze oder auch längere Zeit in die
Einsamkeit zurück, besinnt sich auf sich selbst und schöpft neue
Kraft. Sie schreibt Gedichte, veröffentlicht diese auch, gibt
Unterricht im Schreiben und leitet ein Camp für Künstlerinnen in
Michigan.
Ferron
gilt heute als Vorbild für viele Musikerinnen. Frauen wie Ani DiFranco, Mary Gauthier und die Indigo Girls nennen sie als wichtigen
Einfluss für ihre eigene Musik.
Nelly Furtado ist eine portugiesisch-kanadische Musikerin. Sie wurde 1978 in Victoria/British Columbia geboren. Als Kind portugiesischer Einwanderer wuchs sie, zusammen mit ihren beiden Geschwistern, in ärmlichen Verhältnissen auf. Durch ihren Großvater und ihren Onkel, die beide Musiker waren, und ihre Mutter, die im Chor sang, kam Nelly früh mit Musik in Berührung. Sie erhielt mit vier Jahren Klavierunterricht, mit sieben lernte sie die Ukulele, mit neun Posaune, mit elf Keyboard und Gitarre. Sie besuchte mit ihren Eltern regelmäßig die Kirche, erlernte dort volkstümliche portugiesische Tänze und wurde Mitglied einer portugiesischen Blaskapelle. Mit 12 Jahren schrieb sie ihre ersten eigenen Songs. Ihr Interesse galt zunächst der Popmusik, später hörte sie auch R&B, HipHop, Rock, brasilianische Musik und Fado.
In ihrer Jugend litt Nelly Furtado unter Depressionen und hatte ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern. Dementsprechend verließ sie nach dem Abschluss der High School im Jahre 1996 das Elternhaus und zog zu ihrer Schwester nach Toronto. Dort arbeitete sie an ihren Songs und tourte als Teil des Hip-Hop Duos Nelstar durch die Clubszene. 1999 wurden dann die Produzenten Track & Field auf die junge Künstlerin aufmerksam und unterstützen sie bei den Vorbereitungen für ihr Debütalbum Whoa, Nelly!, das im Oktober 2000 bei dem amerikanischen Label DreamWorks erschien. Das Album vereint Pop, Hip-Hop und Folk und Elemente traditioneller Musikrichtungen wie brasilianischen Bossa Nova und portugiesischen Fado. Es blieb eine ganze Weile unbeachtet bis schließlich die Singles I'm Like A Bird und Turn Off The Light doch noch den erhofften Erfolg brachten. Whoa Nelly! Erreichte in mehreren Ländern Gold und Platinstatus und Nelly Furtado erhielt 2002 einen Grammy in der Kategorie Best Female Pop Vocal Performance für I'm Like a Bird.
2003, rund zwei Monate nach der Geburt ihrer Tochter, veröffentlichte die Musikerin ihr zweites Album Folklore, das traditionellen portugiesischen Fado und modernen Pop vermischt. Die Lieder sind im Gegensatz zum Debütalbum überwiegend akustisch gehalten, um weniger die musikalische Untermalung, als vielmehr die melancholischen und nachdenklichen Texte in den Vordergrund zu stellen. In diesen setzt Nelly Furtado sich vorrangig mit ihren portugiesischen Wurzeln und ihrem Arbeiterklassen-Hintergrund auseinander, da sie den plötzlichen kommerziellen Erfolg der vergangenen Jahre verarbeiten und genauer ergründen wollte. In den USA war das Album dann auch nicht so erfolgreich. In Deutschland dagegen konnte sich Folklore mit den Singles Powerless (Say What You Want) und Força, dem offiziellen Titelsong zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal, erstmals in den Top Ten der deutschen Album- und Single-Charts platzieren.
Mit dem dritten Album Loose (2007) vollzog Nelly Furtado einen radikalen musikalischen Stilwandel. HipHop und R&B beherrschen den neuen Sound, der deutlich die Handschrift des Produzenten Timbaland trägt. Trotz einiger Kritik an diesem Wandel, wurde das Album überaus erfolgreich. In zahlreichen Ländern erreichte sie Platz eins der Charts und die Singles All Good Thing (Come To An End) und Say It Right wurden millionenfach verkauft.
2009 erschien Nelly Furtados viertes Album Mi Plan, das ausschließlich in spanischer Sprache aufgenommen wurde. Es erreichte nicht einmal annähernd die Verkaufszahlen der Vorgänger und wurde daher zum ersten wirklichen Misserfolg der Künstlerin. Ein neues Album ist für Mitte 2012 angekündigt.