Willkommen in meinem Blog! Hier geht es um Musikerinnen. Vor allem um Frauen, die ihre Musik selbst machen, das heißt selbst schreiben und selbst spielen. Ich stelle bekannte Künstlerinnen vor und weniger bekannte, Hauptsache tolle Musik. Vorschläge sind jederzeit willkommen!





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Montag, 12. November 2012

Wallis Bird



Wallis Bird ist eine irische Musikerin. Sie wurde 1983 in Meath geboren. Schon kurz nach ihrer Geburt schenkte ihr Vater ihr eine Gitarre. Dass aus ihr schließlich eine filigrane Gitarristin wurde, ist insofern erstaunlich, als ihr mit gerade mal anderthalb Jahren alle Finger der linken Hand von einem Rasenmäher abgetrennt wurden. Vier davon konnten der Linkshänderin wieder angenäht werden, nur der kleine Finger fehlt. Aus diesem Grund entwickelte sie einen einzigartigen Gitarrenstil. Sie spielt eine Rechtshänder-Gitarre seitenverkehrt, ohne die Saiten umzuspannen.
Nach der Schule zog Wallis nach Dublin, um am Bellyfermot College Musik mit Fachrichtung Songwriting zu studieren. Während dieser Zeit trat sie bereits in kleineren Clubs und auf Festivals auf. Während eines Austauschs in Deutschland lernte sie Musiker kennen, die später in ihrer Band spielten und auch ihren Produzenten Marcus Wüst. Sie blieb schließlich 18 Monaten hier und studierte ein Semester an der Pop-Akademie in Mannheim. 2006 produzierte sie eine EP mit dem Titel Branches Untangle.
Die Popularität der Irin wuchs stetig, was das Interesse renommierter Labels weckte. Wallis unterschrieb im Oktober 2006 schließlich bei Island Records. 2007 erschien dann das Debüt-Album Spoons, das den Sprung in die britischen Charts schaffte.
2009 wurde das zweite Album New Boots veröffentlicht. Wallis Bird überraschte hier mit einer etwas raueren Gangart, konnte aber auch damit ihren Hörerkreis zunehmend erweitern. 2010 tourte sie durch ganz Europa.
2012 erschien das aktuelle Album Wallis Bird, auf dem sich die Musikerin ausgeglichener präsentiert. Sie scheint ihren Stil gefunden zu haben. 











                                                                




                                                                                       

Donnerstag, 23. August 2012

Lisa Hannigan


Lisa Hannigan ist eine irische Musikerin. Sie wurde 1981 in Dublin geboren.
Aufgewachsen in Kilcloon, studierte sie Kunstgeschichte am Trinity College in Dublin. Während ihrer Studienzeit traf sie den Musiker Damien Rice und die beiden begannen eine mehrjährige Zusammenarbeit.
Lisa Hannigan war von 2002 bis 2006 die weibliche Stimme in Rice's Musik. Als Multiinstrumentalistin spielte sie auch bei Bedarf in seiner Band Gitarre, Bass oder Schlagzeug.
2007 trennte sich die Musikerin von Damien Rice, um ihre Solo-Karriere zu starten. Sie arbeitete an eigenen Songs und trat im Vorprogramm von Jason Mraz auf. 2008 erschien das Debüt-Album Sea Sew. Es erhielt sehr gute Kritiken, erreichte auf Anhieb die Top 3 der irischen Charts und wurde mit Platin ausgezeichnet. Im Jahr darauf erschien das Album auch in Großbritannien und den Vereinigten Staaten und konnte sich auch dort in den Hitparaden platzieren.
2012 wurde das zweite Album Passenger in Deutschland veröffentlicht und traf wiederum auf ein wohlwollendes Echo. Lisa Hannigans Folk-Sound mit jazzigen Elementen ist sicherlich nicht massentauglich, hat aber einen sehr eigenen Charme. Es lohnt sich, einmal reinzuhören. 











                                                      





                                                           

Montag, 14. Mai 2012

Sinead O'Connor



Sinead O'Connor ist eine irische Musikerin. Sie wurde 1966 in Glenageary geboren. Ihre Kindheit war schwierig; sie wurde von ihrer Mutter misshandelt, später von der Schule verwiesen, wegen Ladendiebstahls eingesperrt und schließlich ins Internat gesteckt. Dieses verließ sie mit 16 Jahren, um Gesang und Klavier zu studieren. Zu ihren musikalischen Vorbildern zählte sie Aretha Franklin und The Smiths. Sie arbeitete nebenbei als Kellnerin und sang in Kaffeehäusern.
1983 unterschrieb Sinead O'Connor in London einen Plattenvertrag bei Ensign Records. 1987 erschien ihr erstes Album The Lion and the Cobra. Die Single Mandinka schlug Wellen in der Independent-Szene, das Musikvideo mit einer glatzköpfigen Frau nicht weniger.
Der große Durchbruch gelang ihr 1990 mit ihrem zweiten Album I Do Not Want What I Haven't Got und der Single-Coverversion des Prince-Songs Nothing Compares 2 U. Das Lied schaffte es in Deutschland auf Platz 1 der Charts. Im selben Jahr lehnte sie es ab, in New Jersey aufzutreten, da vor ihrem Auftritt die amerikanische Nationalhymne gesungen werden sollte. Die Veranstalter verzichteten für diesen Abend auf die Nationalhymne, lehnten es aber später ab, je wieder mit ihr zu arbeiten. 1991 lehnte sie vier Grammy-Awards ab.
Weiterhin sorgte Sinead O'Connor mit ihren kontroversen Auftritten und Aussagen für die unterschiedlichsten Reaktionen, indem sie zum Beispiel mit der IRA sympathisierte und die klerikale katholische Kirche ablehnte. Bei einem Auftritt am 3. Oktober 1992 in einer Sendung von Saturday Night Live zerriss sie im amerikanischen Fernsehen vor laufenden Kameras ein Bild von Papst Johannes Paul II. Bei diesem Auftritt sang sie Bob Marleys Lied War, ersetzte jedoch das Wort 'racism' durch 'child abuse'. Sie protestierte damit gegen die Leugnung von Kindesmissbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Dieser Auftritt brachte der Musikerin heftige Kritik, Beschimpfungen und Drohungen aus aller Welt. Enttäuscht kehrte sie dem Musikgeschäft vorerst den Rücken und begann in Dublin ein Studium der Oper. 1994 erschien Universal Mother, ein Album mit soften Balladen und leichten Hip Hop-Einflüssen, das nicht an alte Erfolge anknüpfen konnte.
2000 kehrte Sinéad nach sechs Jahren mit dem Album Faith And Courage ins Musikgeschehen zurück. Das 2002 veröffentlichtes Album Sean-Nós Nua enthält traditionelle Folksongs, darunter einige in irischer Sprache. Im April 2003 verkündete sie, dass sie sich aus dem Musikgeschäft zurück ziehen wolle. Sie habe das Leben im öffentlichen Interesse satt und wolle endlich "ein normales Leben führen", so die Musikerin. Lange allerdings hielt sie es nicht aus. Im Oktober 2005 veröffentlichte sie die CD Throw Down Your Arms mit Roots-Reggae-Musik, die sie zusammen mit den beiden Reggae-Größen Sly Dunbar und Robbie Shakespeare produziert hat. Die CD enthält unter anderem Coverversionen von Songs von Peter Tosh, Burning Spear und Bob Marley. 2007 veröffentlichte die Irin das Doppelalbum Theology, mit dem sie zu ihren musikalischen Wurzeln zurück kehrte. Die größtenteils selbst geschriebenen Songs beziehen sich auf das Alte Testament.
2011 geriet Sinead O'Connor in die Klatschspalten, weil sie sich nach nur 16 Tagen von ihrem vierten Ehemann scheiden ließ. Anfang 2012 verbreitete sich die Nachricht eines Selbstmordversuches und im April 2012 brach die Musikerin eine Tournee wegen psychischer Probleme ab. Es bleibt zu hoffen, dass Sinead O'Connor gesund wird und ihren Frieden findet.





                          
                                                            


                                                                                  

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Enya


Enya ist eine irische Musikerin und Sängerin. Sie wurde 1961 als sechstes von neun Kindern im County Donegal in Irland geboren. Ihr Geburtsname lautet Eithne Ní Bhraonáin oder anglisiert Enya Brennan. 1968 gründen ihre älteren Brüder Ciarán und Pól und ihre Onkels Pádraig und Noel Ó Dúgáin die Band An Clann As Dobhair ("Die Familie von Dore") und treten mit ihrer traditionellen irischen Musik auf Festivals auf. Einige Jahre später stößt Enyas Schwester Máire zu der Gruppe, unter dem neuen Namen Clannad feiern sie internationale Erfolge. Auch Enya wird 1980 nach Abschluss der Schule Mitglied bei Clannad. Sie spielt Keyboard und singt im Background bei zwei Alben.
1982 trennen sich Clannad von ihrem langjährigen Manager und Produzenten Nicky Ryan. Enya ist zu dieser Zeit immer noch Background-Sängerin und enttäuscht darüber, dass man ihr nicht mehr zutraut. Ryan jedoch erkennt das Talent der jungen Irin. Enya verlässt Clannad und geht nach Dublin, um mit Ryan und seiner Frau Roma zusammen zu arbeiten. Später betont Enya immer wieder, dass ihre Musik nicht ihr alleiniges Werk ist, sondern, das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen ihr selbst (Musik, Arrangements), Nicky Ryan (Produktion, Arrangements) und Roma Ryan (Texte).
Der große Durchbruch gelingt der Musikerin mit dem Album Watermark (1988). Die Single-Auskopplung Orinoco Flow wird ein Top-Hit in ganz Europa. Das folgende Album Shepherd Moons (1991) geht annähernd 11 Millionen mal über die Ladentische und wird in 18 Ländern insgesamt 38 Mal mit Platin geehrt. Shepherd Moons hält sich 199 Wochen, das sind beinahe vier Jahre, ohne Unterbrechung in den englischen Charts. Zusätzlich wird das Album mit einem Grammy als Bestes New-Age Album ausgezeichnet.
Wer jedoch hofft, die Sängerin einmal live erleben zu können, der hofft vergeblich. Es dauert Wochen bis Enya einen Song im Studio eingespielt hat, da alle Gesangsparts von ihr selber stammen. Ein Chor auf der Bühne wäre nicht der Lage, das zu leisten, was sie selber in wochenlanger Arbeit mühevoll arrangiert.
Die Terroranschläge vom 11. September 2001 verhelfen Enya zu einem unverhofften Top-10-Erfolg in den USA und Europa. Ihr Song Only Time aus dem Album A Day Without Rain (2000) wird zur Untermalung der Fernsehübertragung verwendet und erreicht auf diese Weise ein Millionenpublikum.
Ihre neugewonnene Popularität setzt sich 2002 mit May It Be, dem Titelsong des ersten Teils der Herr der Ringe, fort. Er steigt in Deutschland direkt auf Platz eins der Singlecharts ein. Diesen Titel schrieb Enya zusammen mit den Ryans auf persönliche Bitte des Regisseurs Peter Jackson. Er wurde sowohl für den Oscar, als auch für den Golden Globe nominiert.
2005 erscheint das Album Amarentine und setzt die Erfolgsgeschichte Enyas nahtlos fort. Hohe Chart-Platzierungen in den USA und Europa und eine weitere Grammy-Auszeichnung sind die Belohnung für ihre große Beliebtheit.
2008 wird Enyas bisher letztes Studioalbum And Winter Came, eine Sammlung von Weihnachts- und Winterliedern, veröffentlicht.
Bis heute hat Enya über 70 Millionen Tonträger verkauft. Das macht sie zur erfolgreichsten Künstlerin Irlands aller Zeiten. Und das ohne einen einzigen Live-Auftritt. Sie lebt zurückgezogen auf einem Schloss bei Dublin.
Ihre Musik zu beschreiben ist nicht einfach. Die Genres New Age oder Weltmusik passen nicht wirklich. Diese ruhige, sphärische Musik wirkt oft wie aus einer anderen Welt. Enyas Stimme, in mehreren Schichten übereinander gelegt, verstärkt diesen Eindruck noch. Die Künstlerin selbst bezeichnet ihren Stil einfach als Enya und das trifft es meiner Meinung nach genau.