Willkommen in meinem Blog! Hier geht es um Musikerinnen. Vor allem um Frauen, die ihre Musik selbst machen, das heißt selbst schreiben und selbst spielen. Ich stelle bekannte Künstlerinnen vor und weniger bekannte, Hauptsache tolle Musik. Vorschläge sind jederzeit willkommen!





Freitag, 17. Februar 2012

Laura Veirs



Laura Veirs ist eine amerikanische Singer-Songwriterin. Sie wurde 1973 in Colorado Springs geboren. Als Jugendliche interessierte sie sich nicht besonders für Musik. 1992 begann sie ein Studium der Geologie und Sinologie am Carleton College in Minnesota. Erst dort begann sie Gitarre zu spielen und hatte erste Kontakte mit anderen Musikern. Sie gründete zusammen mit ein paar Freundinnen eine Punk-Band, die allerdings nicht lange Bestand hatte. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie als Übersetzerin für geologische Expeditionen in China. In dieser Zeit begann sie, sich für Folk- und Country-Musik zu interessieren und schrieb erste eigene Songs.
1999 nahm Laura Veirs in einer dreistündigen Live-Session ihr erstes, selbst-betiteltes Album auf. Es erschien - wie auch ihre zweite Platte The Triumphs And Travials Of Orphan Mae (2000) - im Eigenvertrieb und verkaufte sich hauptsächlich auf Konzerten. Die Frau mit der markanten Brille entwickelt im Laufe der Zeit ihren ganz eigenen zerbrechlichen Songwriter-Pop.
Zusammen mit dem Schlagzeuger und Produzenten Tucker Martine, der auch Laura Veirs Lebensgefährte ist, nimmt sie weitere fünf Alben auf. Die Kritiken sind durchwegs positiv und die Musikerin wächst langsam aus dem Underground heraus. 2010 gründet sie ihr eigenes Label Raven Marching Band, 2011 nimmt sie mit Tumble Bee in ihrem Wohnzimmer in Portland eine Sammlung an Kinderliedern auf, die sie ihrem 2010 geborenen Sohn Tennessee widmet.
Laura Veirs tourt regelmäßig durch Europa und Nordamerika und schreibt gerade an Songs für ein neues Album.








                                               
                                                        

Mittwoch, 15. Februar 2012

The Be Good Tanyas



The Be Good Tanyas sind eine kanadische alternative-country-Gruppe. Die Band besteht aus Frazey Ford (Gitarre, Gesang), Trish Klein (Gitarre, Banjo, Gesang) und Sam Parton (Gitarre, Mandoline, Banjo, Gesang).
Die Gruppe, benannt nach einem Song von Obo Martin (Be Good Tanya), gründete sich in den späten 90ern in Vancouver. Damals noch mit Folksängerin Jolie Holland, die sich später für eine Solo-Karriere entschied. Die Tanyas tourten zusammen durch Nordamerika und nahmen 2000 ihr Debüt-Album Blue Horse auf. Hier kombinierten sie Klassiker wie Oh! Susanna oder The Cuckoo mit selbstgeschriebenen Songs. Diese Mischung von alter Musik und neuen Elementen sollte eine typisches Merkmal für die Band werden. Das Trio besticht außerdem mit wunderbarem Harmonie-Gesang und hoher Kunst an den Instrumenten. Im Mittelpunkt steht meist Frazey Ford mit ihrem unverwechselbaren nuschelnden Gesang.
2003 folgte das zweite Album Chinatown und 2006 das das bisher letzte Album Hello Love. Ihre Songs wurden in TV-Serien wie The L-Word oder Weeds verwendet, was die Popularität der Band in den USA deutlich steigerte.
Die Musikerinnen sind neben den Be Good Tanyas auch in anderen Projekten involviert. Trish Klein bildet zusammen mit Alison Russell das Duo Po' Girl und Frazey Ford hat 2010 ihre erste Solo-CD veröffentlicht.
Im Moment liegt das Projekt The Be Good Tanyas auf Eis, was neue Produktionen angeht. Die Musikerinnen treten aber durchaus zusammen auf und haben gerade erst einige Live-Termine für 2012 bestätigt.






                                                                 



                                         


Dienstag, 14. Februar 2012

Grammy Verleihung 2012

Am 12 Februar 2012 wurden im Staples Center von Los Angeles die Grammy Awards 2012 verliehen. Zum 54. Mal gingen die Grammys, die wichtigsten US-amerikanischen Musikpreise, an Interpreten und Musikschaffende. Grund genug für mich, kurz zusammenzufassen, welche Musikfrauen in diesem Jahr ausgezeichnet wurden.
Überschattet wurde die Veranstaltung vom überraschenden Tod der Soul-Diva und mehrfachen Grammy-Gewinnerin Whitney Houston. Sie sollte eigentlich in der Show auftreten. Moderator LL Cool J fand am Anfang die richtigen Worte. Er gedachte der Sängerin mit einem Gebet und sagte: “Gott wir danken dir, dass du unsere Schwester Whitney Houston mit uns geteilt hast. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie, bei ihrer Mutter und ihrer Tochter. Wir werden ihre Lieder für immer schätzen.“ Später am Abend singt Jennifer Hudson den Song, den wohl die meisten mit Whitney Houston in Verbindung bringen – I Will Always Love You.
Die große Gewinnerin des Abends war die britische Sängerin Adele, die Song, Single und Album des Jahres stellte und neben zwei Pop-Kategorien (beste Pop-Solodarbietung und bestes Pop-Album) auch noch für das Musikvideo zu Rolling In The Deep ausgezeichnet wurde. Sie erhielt damit alle sechs Grammys für die sie auch nominiert war. Etwas unbeholfen und später auch sehr emotional dankte sie ihren Produzenten und natürlich auch ihrer Mutter. Dass ihre Stimmband-Operation erfolgreich verlaufen ist, konnte sie auf der großen Bühne bestätigen. Sie sang ihren Hit Rolling In The Deep mit der gewohnt herausragenden Stimme. Ein toller Auftritt!
Eine weitere Gewinnerin war Taylor Swift, die zwei Grammys (beste Country-Solodarbietung und bester Country-Song) mit nach Hause nehmen durfte und damit alle männlichen Mit-Nominierten hinter sich lassen konnte. Auch sie brillierte mit einem sehr schönen Auftritt, der an die 20er Jahre erinnerte ohne den üblichen Country-Schmelz.
Zu den Highlights des Abends zählte für mich der Auftritt von Alicia Keys und Bonnie Raitt.
"Wir lieben Whitney und ihre Musik, doch wir möchten auch an Etta James erinnern", sagt Keys. Zu Ehren der Blues- und Soul-Sängerin, die vor zwei Wochen im Alter von 73 Jahren verstarb, covern die beiden den Song Sunday Kind of Love. Wie bei Whitney Houston hatte auch James' unstetes Privatleben, das durch gescheiterte Beziehungen und Drogenmissbrauch geprägt war, nie die Liebe ihrer Fans und die Verehrung der Kollegen beeinträchtigt.
Insgesamt war die 54. Grammy Verleihung eine eindrucksvolle Veranstaltung, die trotz der Trauer um Whitney Houston, einige spektakuläre Auftritte hatte und Adele zur uneingeschränkten Königin des Abends krönte.










Montag, 13. Februar 2012

Stevie Nicks

 

Stevie Nicks ist eine amerikanische Sängerin und Komponistin. Sie wurde 1948 in Phoenix/Arizona als Stephanie Lynn Nicks geboren. Ihr Großvater, ein Country-Sänger, brachte ihr als Kind das Singen bei und sang mit ihr Duette.
In der Highschool trat sie ihrer ersten Band bei und traf dort auch auf Lindsey Buckingham, dem sie jahrelang in einer persönlichen und musikalischen Partnerschaft verbunden war. Die beiden gründeten 1968 zusammen mit zwei Freunden die Band Fritz. Die Gruppe wurde in der Musikszene der Westküste relativ bekannt und spielte u.a. als Vorgruppe von Jimi Hendrix, Janis Joplin und Creedence Clearwater Revival. 1972 löste sich die Gruppe wieder auf. Ein 1973 erschienenes Album Buckingham Nicks war nicht von Erfolg gekrönt und die zwei Musiker suchten sich eine neues Betätigungsfeld und fanden es bei Fleetwood Mac. Ab 1974 waren sie Teil der Band und konnten zusammen große Erfolge feiern.
Stevie Nicks auffallende, rauchige Stimme und viele ihrer Kompositionen trugen wesentlich zum Erfolg von Fleetwood Mac bei und ihre feenhaften Outfits waren legendär. Anfang der 80er Jahre startete sie ihre Solokarriere, beteiligte sich aber weiterhin bis 1990 auch an Fleetwood-Mac-Projekten.
1981 wurde das erste Solo-Album Bella Donna veröffentlicht. Es wurde von Kritik und Publikum sehr positiv aufgenommen und erreichte sogar die Spitze der amerikanischen Charts. Auch der Nachfolger The Wild Heart (1983) wurde sehr erfolgreich, ebenso das 1985er Album Rock A Little.
Ende der achtziger bis weit in die neunziger Jahre stürzte Stevie Nicks in einen Tabletten- und Kokainsumpf. Aufgrund ihrer Krankheit zog sie sich oft für längere Phasen aus der Showbranche zurück und bekämpfte schließlich erfolgreich ihre Drogensucht. Die Alben The Other Side Of The Mirror (1989), Street Angel (1994) sowie Trouble In Shangri-La (2001) erreichten nicht mehr die Klasse früherer Jahre.
Auch wenn Stevie Nicks in Europa nicht so präsent ist wie daheim in den USA, war die Musikerin in ihrer langen Karriere nie abgemeldet. Jede ihrer Tourneen ist bis heute ausverkauft.
2011 meldet sie sich mit dem Album In Your Dreams zurück, kann allerdings damit nicht an ihre früheren Erfolge anknüpfen.
Ich verbinde mit Stevie Nicks Songs wie Stand Back, Talk To Me oder I Can't Wait - richtige Klassiker, die mit Sicherheit nicht vergessen werden. Außerdem hat sie einen meiner absoluten Lieblingssongs geschrieben – Landslide und dafür bin ich ihr bis heute dankbar.









                                                


                                                                              






Freitag, 10. Februar 2012

Lucy Kaplansky



Lucy Kaplansky ist eine amerikanische Singer-Songwriterin. Sie wurde 1960 in Chicago geboren. Ihr Vater war der bekannte Mathematiker Irving Kaplansky, der auch ein ausgezeichneter Pianist war. Das Interesse für Musik hat sie wohl von ihm geerbt. Mit 18 Jahren zog sie nach New York, um dort eine Musikkarriere zu starten. Sie wurde Teil der Folk-Szene rund um Greenwich Village. Dort spielte sie u.a. mit Musikern wie Shawn ColvinSuzanne Vega und Richard Shindell.
1983 begann sie ein Studium der Psychologie, machte aber weiterhin nebenbei Musik. Als Teil eines Duos mit Shawn Colvin konnte sie sich einen Namen machen, doch als das Angebot einer Plattenfirma auf dem Tisch lag, entschied sie sich für die Psychologie. Sie eröffnete eine Privat-Praxis und arbeitete mehrere Jahre in einem New Yorker Krankenhaus. Lucy Kaplansky verlor jedoch nie ganz den Kontakt zur Musikszene und 1994 nahm sie schließlich ihr Debüt-Album The Tide auf und beendete ihre Laufbahn als Psychologin.
Sang sie auf ihrem ersten Album noch hauptsächlich Coverversionen von Songs anderer Musiker, so konzentrierte sie sich auf Flesh And Bone (1996) auf ihr eigenes Material. Durch zahlreiche Auftritte in Bars, Clubs und Cafés wurde sie im Laufe der Zeit eine gefragte Künstlerin. Sie arbeitete auch mit vielen Kollegen zusammen, die Lucy Kaplansky gerne als Background-Sängerin anheuerten.
1998 gründete sie mit Dar Williams und Richard Shindell die Folkgruppe Cry Cry Cry. Die drei nahmen eine CD auf und gingen zusammen auf Tournee bevor sich jeder wieder seiner Solo-Karriere widmete.
Bis 2007 veröffentlichte Lucy Kaplansky weitere vier Alben, die ihre enorme Songwriter-Qualitäten deutlich zeigen. Sie schreibt und singt einfühlsam über ganz persönliche Dinge wie die Adoption ihrer Tochter, den Tod ihres Vaters oder die Geschichte ihrer Familie. Eine Stimme, der man gerne zuhört und Songs mit Tiefgang – eine gute Mischung.




www.lucykaplansky.com 






                                                




                                                            



Donnerstag, 9. Februar 2012

Newcomerinnen: Charlene Soraia



Charlene Soraia ist eine englische Singer-Songwriterin. Sie wurde 1988 in London als Charlene Soraia Santaniello Jones geboren. Schon mit fünf Jahren interessierte sie sich für die Gitarre ihres Vaters. Bald kaufte dieser seiner Tochter ein eigenes Instrument und sie brachte sich das Spielen selbst bei. Charlene war bald so gut, dass sie schon mit acht ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte. Mit zehn Jahren lautete ihr Berufswunsch „Gitarrenbauer“ (!) und Jahre später, mit 17, baute sie tatsächlich eine "1973 Japanese 335" nach. Musikalische Vorlieben entwickelte sie natürlich auch: So verliebte sie sich mit neun Jahren in die Musik von David Bowie und entdeckte mit 19 die Beatles, die psychedelische Musik der 60er und die äußerst komplexen Jazzgitarristen dieser Ära. Mit Led Zeppelin, Pink Floyd und King Crimson begab sie sich auf Spurensuche für progressive Rock Musik. Damit ist sie sicherlich weit entfernt vom üblichen Singer-Songwriter-Sound.
Ihr Talent und ihre besondere Individualität sorgten für einen der heiß begehrten Plätze an der BRIT School, wo sie zusammen mit Adele und Kate Nash in einem Jahrgang war. Während dieser Zeit spielte Charlene Soraia in mehreren Bands und veröffentlichte eine Solo EP (Lemonade 2006). Ab 2008 begann sie als Solo-Künstlerin aufzutreten. Es folgten drei weitere Eps: Daffodils And Other Idylls (2008), Postcards From iO (2008) und One Of The Sun (2009).
Der Durchbruch gelang ihr allerdings erst 2011, als ihr Cover des The Calling-Songs Wherever You Will Go in der Werbung für Twining Tee verwendet wurde. Der Song wurde zum Hit und erreichte die Nummer drei der britischen Charts. Charlene unterschrieb einen Vertrag bei Peacefrog Records und nahm mit dem Produzenten Paul Stacey ihr erstes Album Moonchild auf, das im November 2011 in Großbritannien veröffentlicht wurde. 





www.charlenesoraia.com 





                                                





                                                                      


 

Dienstag, 7. Februar 2012

Neuerscheinungen: Ingrid Michaelson - Human Again

Am 24.Januar 2012 wurde das neue Album von Ingrid MichaelsonHuman Again veröffentlicht. Die Single-Auskopplung Ghost erschien vorab am 15. November 2011. Schon während der Arbeit an dem Album kündigte die Musikerin eine Stiländerung an. „Es sind keine peppigen Songs auf dem Album. Aber das ist OK, ich bin kein kleines Kind mehr. Ich habe gerne meine kleinen Ukulele-Lieder gesungen. Aber ich denke, es ist einfach an der Zeit, aufzustehen und wirklich zu singen. Human Again ist härter und nicht so kindlich. Nicht dass ich meine früheren Werken kritisiere, aber ich bin fertig mit dem ganzen Barfuß-Singer-Songwriter-Ding.“
Die neue Platte ist tatsächlich dunkler und auch lauter. Ingrid hat sich von ihrem Klavier entfernt und lässt nun auch andere Instrumente in den Vordergrund. Die Arrangements sind üppiger und der spröde Charme der bisherigen Werke ist hier nicht mehr zu finden. Das große Orchester (Fire) findet hier ebenso Verwendung wie Elektro-Pop Anklänge (Black & Blue, In The Sea). Aber auch die Akustikgitarre kommt nicht zu kurz, wie das launige Ribbons beweist.
Ingrid Michaelson gibt ihrer Stimme immer den nötigen Freiraum, um ihre Songs zu beherrschen. Vor allem wunderschöne Stücke wie Ghost, Keep Warm und How We Love zeigen die reife Gesangsleistung der Musikerin.
Insgesamt ist Ingrid Michaelson mit Human Again ein sehr abwechslungsreiches Album gelungen. Eingefleischte Fans werden sich vielleicht ein wenig schwer tun mit dem neuen Sound, aber ich finde, Musiker sollten durchaus die Chance bekommen, sich weiter zu entwickeln. Und das macht die Künstlerin hier, allerdings ohne sich völlig von ihren Wurzeln zu lösen. Mir gefällt das Album sehr gut. Es erschließt sich einem nicht gleich beim ersten Anhören - zumindest ging es mir so - aber schon beim zweiten Mal hat es mein Ohr erobert.


Hörtipp: Fire, Ribbons 




www.ingridmichaelson.com 


                                                   



                                              



 

Montag, 6. Februar 2012

Joni Mitchell

Dieser Post widmet sich einer der bedeutendsten Singer-Songwriterinnen der Musikgeschichte – Joni Mitchell. Viele Musikerinnen nennen ihren Namen, wenn sie nach Vorbildern gefragt werden und ihre herausragende Stellung als Musikerin ist unumstritten.
Joni Mitchell wurde 1943 als Roberta Joan Anderson im kanadischen Fort Macleod/Alberta geboren. Als Kind einer Lehrerin und eines Offiziers der kanadischen Luftwaffe wuchs sie in verschiedenen militärischen Einrichtungen auf, in die ihr Vater immer wieder versetzt wurde. Mit sieben Jahren erhielt sie für kurze Zeit Klavierunterricht. Das Instrument beeindruckte sie aber nicht nachhaltig, und nach 18 Monaten ließ sie es wieder sein. Mit neun Jahren erkrankte sie an Polio. Im Krankenhaus sang sie für andere Kinder und legte damit den Grundstein ihrer Karriere als Sängerin und Gitarristin. Das Gitarrenspielen brachte sie sich selbst bei.
Auf dem Kunst-College in Calgary entwickelte sie neben der Musik ihre Leidenschaft für das geschriebene Wort und das Zeichnen weiter (Später malte sie mehrere ihrer Plattencover selbst). 1965 heiratete sie den Folksänger Chuck Mitchell. Obwohl die Ehe nur ein Jahr hielt, verdankt sie ihm ihren Künstlernamen Joni Mitchell. Ihr erstes Kind, das sie in dieser Zeit zur Welt brachte (Chuck war nicht der Vater), gab sie zur Adoption frei. Diesen Fehler und das dazugehörige Trauma versuchte sie später in zahlreichen Songs aufzuarbeiten. Erst 1997 fand sie ihre leibliche Tochter wieder.
Während der folgenden Zeit schrieb Joni Mitchell ihre ersten Songs, die schnell einen Anhängerkreis finden. Sie ging für einige Auftritte nach New York und wurde zum Geheimtipp in den Clubs von Greenwich Village. David Crosby, späteres Mitglied bei Crosby, Stills, Nash & Young, entdeckte sie und produzierte ihr erstes Album Song To A Seagull (1968). Schon mit ihrem zweiten Album Clouds, das im Mai 1969 veröffentlicht wurde, erreichte Joni Mitchell Kultstatus: Hierauf befindet sich einer der meist interpretierten Songs der Popgeschichte, mit insgesamt 760 Aufnahmen anderer Musiker: Both Sides Now. Die zarten Songs, eine Einheit aus Poesie und Musik, trafen den Geschmack der Hörer und die Musikerin wurde zur First Lady des Folk.
1969 wurde sie eingeladen, auf dem legendären Festival in Woodstock aufzutreten, konnte das Festivalgelände jedoch aufgrund des enormen Andrangs nicht erreichen. Aufgewühlt von der Energie, die von diesem Festival auf die gesamte Generation ausging, schrieb sie mit dem Song Woodstock die Hymne auf das Festival, und Crosby, Stills, Nash and Young hatten mit diesem Lied einen großen Hit.
Aus dem dritten Album Ladies Of The Canyon (1970) entstammte neben Woodstock auch der Song Big Yellow Taxi, der ebenfalls zum Klassiker wurde. 1971 veröffentlichte Joni Mitchell schließlich eines der besten Pop- und Rock-Alben aller Zeiten: Blue. Darauf Songs wie: All I Want, River, A Case Of You und das bekannte This Flight Tonight - zum Welthit geworden durch die Interpretation der Gruppe Nazareth.
In der Folgezeit wendete sich die Künstlerin von ihrem Folk-orientierten Stil ab und versuchte es mit Rock und Pop, For The Roses (1972), Court And Spark (1974) und später mit Jazz, Don Juan's Reckless Daughter (1977), Mingus (1979).
In den Jahren von 1982 bis 2007 gab es in Joni Mitchells Werk eine große Neigung zum Außergewöhnlichen. Seien es die unorthodoxen Klangfarben, die gegen den Strich gekämmte Rhythmik oder der Einsatz und das Zusammenspiel von Instrumenten, die man in dieser Konstellation so bisher noch nicht gehört hat. Auf den Alben Wild Things Run Fast (1982), Dog Eat Dog (1985), Chalk Mark In A Rain Storm (1988) und Night Ride Home (1991) wird das, vor allem durch das Zusammenwirken mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Pop-Musik, sehr deutlich.
Trotz aller Erfolge, war Joni Mitchell mehr und mehr von den Mechanismen der Musikindustrie ermüdet. Anfang der 90er widmete sie sich deshalb zunehmend der bildenden Kunst und plante ihren Abschied von der Bühne. 1996 legte sie einen Termin für ihr Abschiedskonzert fest, zu dem es jedoch nicht kam. Im Gegenteil! Während der 90er erhielt sie zahlreiche Ehrungen für ihr Lebenswerk, wurde in die Rock'n'Roll Hall Of Fame aufgenommen und veröffentlichte einige Alben. Darunter das mit zwei Grammys bedachte Turbulent Indigo(1994).
Nach dem 2002 erschienenen Album Travelogue verkündete die Musikerin, das sei ihr letztes Album und sie wolle sich nun voll und ganz der Malerei widmen. Entgegen dieser Ankündigung nahm Joni Mitchell Anfang 2007 das Album Shine mit fast vollständig neuem Material auf, das im Herbst 2007 erschien und eine Wiederannäherung an die eigenen Wurzeln bedeutete. Es wird sich zeigen, ob dieses Werk wirklich das letzte musikalische Lebenszeichen dieser großen Künstlerin ist.








   
                                                       
   



                                                                                    

Freitag, 3. Februar 2012

Madeleine Peyroux

Madeleine Peyroux ist eine amerikanische Jazz-Sängerin und Songwriterin. Sie wurde 1974 in Athens/Georgia geboren. Sie wuchs in New York City und später, nach der Scheidung der Eltern, in Paris auf. Dort sammelte sie bereits mit sechzehn erste Erfahrungen als Straßenmusikerin. Mit der Lost Wandering Blues & Jazz Band und einem Repertoire aus Jazz-Klassikern der Dreißiger Jahre tourte sie anschließend drei Jahre lang durch Europa.
1996 hörte sie ein Manager der Plattenfirma Atlantic Records auf der Straße singen und verpflichtete sie für sein Label. Im selben Jahr erschien das Debüt-Album Dreamland und brachte Madeleine Peyroux viel Anerkennung und Aufmerksamkeit. Kritiker verglichen begeistert ihre rauchige Stimme mit der Billie Holidays. Der Erfolg bescherte ihr Auftritte beim Montreux Jazz Festival und im Vorprogramm von Sarah McLachlan. Mit der plötzlichen Aufmerksamkeit kam die Musikerin allerdings nicht gut zurecht und sie zog sich für die nächsten Jahre aus der Öffentlichkeit zurück.
Erst 2004 kam Madeleine Peyroux mit dem Album Careless Love wieder zurück in die Musikszene. Hier sang sie zum ersten mal auch Songs von Leonard Cohen, Bob Dylan und Hank Williams und entfernte sich damit ein wenig von ihren Jazz-Wurzeln. Sie vermischte Chanson und Jazz mit Country, Pop und Rock und schuf damit eine ganz eigenen und erfrischenden Stil. Beim nächsten Album Half The Perfect World (2006) interpretierte sie vier eigene Songs und das 2009 veröffentlichte Bare Bones war schließlich das erste vollständig selbst komponierte Album.
2011 erschien das aktuelle Album Standing On The Rooftop.




www.madeleinepeyroux.org







                                                             
                                                          

Donnerstag, 2. Februar 2012

Mary J. Blige

Mary J.(Jane) Blige ist eine amerikanische R&B-Sängerin und Songwriterin. Sie wurde 1971 in New York City geboren. Nach der Scheidung der Eltern lebte sie mit ihrer Schwester bei ihrer Mutter. Den eigenen sexuellen Missbrauch im Alter von fünf Jahren versuchte sie, später immer wieder in ihren Songs zu verarbeiten. Mit sieben war Mary schon Leadsängerin in ihrem Kirchenchor und nahm an Gesangswettbewerben teil. Mit 16 brach sie die Schule ab, kam mit Drogen in Kontakt und war in der Gefahr abzurutschen. Die Musik gab ihr den Halt, den sie brauchte, um diesem Leben zu entkommen.
Ein Demoband kam durch Zufall in die richtigen Hände. Der Rapper Sean Combs, bekannt als Puff Daddy, hörte das Band und verschafft Mary J. Blige 1990 einen Vertrag bei dem Hip-Hop-Label Uptown Records. 1992 erschien das Debüt-Album What's The 411?  Dank zweier Nummer-eins-Hits in den amerikanischen R&B-Charts entwickelte sich die Platte innerhalb eines halben Jahres mit mehr als drei Millionen verkauften Exemplaren zu einem überragenden Erfolg.
Im Dezember 1994 erschien Mary J. Bliges zweites Album My Life, das erneut Puff Daddy produzierte, der damals auch ihr Manager war. Trotz vierer weniger erfolgreicher Singles wurde das Album mit weiteren drei Millionen verkauften Alben zu einem erneuten Erfolg für Uptown Records. Bei den Aufnahmen zu My Life hatte die Musikerin mit ihrer Drogen- und Alkoholsucht zu kämpfen. Sie arbeitete dennoch weiter und stand erst viel später zu ihren Problemen.
1997 erschien Share My World, das erste Album ohne Puff Daddy. Der Erfolg blieb trotzdem. Das Album brachte vier Single-Hits hervor und erreichte den Platz eins der amerikanischen Charts. Ihren Frieden fand Mary J. Blige erst mit dem 1999 veröffentlichten Album Mary"Die Arbeit an der Platte war unbeschreiblich. Überall war Liebe. Normalerweise sehe ich das nicht. Es gab keine Probleme, keinen Blödsinn im Studio. Es war, wie nach Hause kommen." Bei den Aufnahmen arbeiteten u.a. Marys großes Idol Aretha Franklin, Elton John, Lauryn Hill und Eric Clapton mit.
Mary J. Blige hat die Entwicklung zur großen Diva und, wie sie selber sagt, zum ehrlichen Menschen vollzogen. "Ich habe gelernt, dass wir für alles die Verantwortung übernehmen müssen. Deshalb liegt mein Fokus jetzt auf Frieden, Wahrheit, Vertrauen und Liebe." Im Spätsommer 2001 erschien ihr fünftes Studioalbum No More Drama. Die von Dr. Dre produzierte, vorab veröffentlichte Singleauskopplung Family Affair entwickelte sich zu Mary J. Bliges erstem internationalen Nummer-Eins-Hit. Im deutschsprachigen Raum erreichte sie damit erstmals die Top Ten der Singlecharts.
Nach dem weniger erfolgreichen Love & Life (2003) erschien 2005 das siebtes Album The Breakthrough. Die Platte verkaufte sich allein in den Vereinigten Staaten in nur einer Woche über 730.000 Mal und gilt seitdem als das am schnellsten verkaufte Album einer afroamerikanischen Sängerin. Die Auskopplungen Be Without You und One, ein Duett mit U2, entwickelten sich zu Mary J. Bliges größten Charterfolgen seit 2001.
Die nächsten Alben Growing Pains (2007) und Stronger With Each Tear (2009) sind gleichermaßen erfolgreich und tragen mit dem typischen Mix aus Soulballaden und R&B-Hymnen zur großen Erfolgsgeschichte der Künstlerin bei. In ihrer Karriere verkaufte Mary J. Blige bisher über 40 Millionen Alben und erhielt neun Grammys.
Im November 2011 erschien das aktuelle Album My Life II...The Journey Continues.




www.mjblige.com





                                                  


                                                           





                                                           

Dienstag, 31. Januar 2012

Kate Walsh

Kate Walsh ist eine englische Singer-Songwriterin. Sie wurde 1983 in Burnham-on-Crouch/Essex geboren. Als Kind erhielt sie Klavierunterricht und entwickelte dabei eine Vorliebe für Debussy und Ravel. Als Teenager entdeckte sie die Gitarre für sich und begann, eigene Songs zu schreiben. Mit 18 begann sie ein Studium am Londoner College of Music and Media. Ihre traurigen und doch wunderschönen Songs über Liebe und Enttäuschungen erregten bald  Aufmerksamkeit und die Studentin erhielt einen Plattenvertrag bei Kitchenware Records.
Kate Walshs Debüt-Album Clocktower Park erschien 2003. Das Album geriet zum Ladenhüter und die junge Musikerin wurde bald von ihrem Label fallengelassen. Sie ließ sich jedoch nicht beirren, arbeitete weiter an ihren Songs und absolvierte zahlreiche Auftritte in kleinen Clubs. Mit Hilfe des Produzenten und Multi-Instrumentalisten Tim Bidwell nahm sie ihr zweites Album auf. In Tims Haus wurde mit sehr kleinem Budget und auf ganz einfache Weise produziert. Das Album hieß demzufolge auch Tim's House und erschien 2007. Dank herausragender Kritiken und guter Online-Präsenz  wurde das Album schnell die Nummer eins im britischen iTunes Store und verdrängte damit sogar Take That. Der Erfolg brachte Kate Walsh einen Vertrag mit Mercury Records und Tim's House
wurde auch in den USA veröffentlicht.
2009 wurde das dritte Album Light and Dark veröffentlicht. Hier arbeitete die Musikerin mehr mit dem Klavier und setzte auf opulentere Arrangements, immer jedoch mit dem Fokus auf ihre Stimme.
Nach einer Veröffentlichung mit Cover-Songs Peppermint Radio (2010) erschien Ende 2011 das aktuelle Album Real Thing.




www.myspace.com/katewalsh





                                                              




                                                                                           

Montag, 30. Januar 2012

Tori Amos

Tori Amos ist eine amerikanische Singer-Songwriterin. Sie wurde 1963 als Myra Ellen Amos in Newton/North Carolina geboren. Bereits mit zweieinhalb Jahren begann sie Klavier zu spielen. Mit fünf erhielt sie ein Stipendium für das renommierte Peabody-Konservatorium für Musik, an dem sie bis heute die jüngste Teilnehmerin war. Sie wurde dort in klassischem Gesang und Klavier ausgebildet und strebte eine Karriere als Konzertpianistin an. Allerdings bestand sie darauf, Musik zu „hören“ und nicht Musik zu „lesen“.  Diese Einstellung führte schließlich zur Beendigung ihres Stipendiums, als sie elf Jahre alt war.
1983 änderte sie ihren Namen in Tori, ein Jahr später zog sie nach Los Angeles und 1987 veröffentlichte sie ihre erste Platte mit einer Hard-Rock Band namens Y Kant Tori Read. Das gleichnamige Album wurde ein totaler Flop und sie löste die Band auf. In den nächsten Jahren konzentrierte sich die Musikerin auf sich selbst und entwickelte den klavierbetonten Stil, den wir auch heute von ihr kennen.
1992 erschien ihr Solodebüt Little Earthquakes, welches durch wunderschöne, sehr private Songs besticht, u.a. Me And A Gun, ein Song über Tori Amos eigene Vergewaltigung. Es verkaufte sich über zwei Millionen Mal und wurde auch von den Kritikern hoch gelobt.
Das folgende Album Under the Pink erschien 1994, konnte den kommerziellen Erfolg  des  Vorgängers noch übertreffen und brachte der Künstlerin mit der Auskopplung Cornflake Girl einen Top-Ten-Hit in Großbritannien ein. Tori Amos hatte von Anfang an Schwierigkeiten mit ihrer Plattenfirma. Ihre minimalistischen Songs waren dem Label nicht massentauglich genug. Sie setzte sich aber durch und blieb ihrem Stil treu. Im Laufe der Jahre entstanden dadurch auch Alben, die sehr kryptisch und unzugänglich klingen wie z.B. Boys For Pele (1996). In ihren Texten setzt sich die Musikerin häufig mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinander. Auch aufgrund ihrer eigenen Geschichte ist dieses Thema für sie sehr wichtig. "Ich habe mich dagegen entschieden, in der Rolle des Opfers zu erstarren. Ich habe dieses unglaubliche Geschenk der Musik, und ich nutze es, bestimmte Themen immer wieder anzusprechen. Dazu gehören eben das Patriarchat und die ungerechte Machtverteilung".
Tori Amos war 1994 Mitbegründerin von RAINN (Rape, Abuse and Incest National Network), der bis heute einzigen amerikaweiten kostenlosen Notrufhotline für Vergewaltigungsopfer insbesondere für Frauen und Kinder.
Sie veröffentlicht regelmäßig alle zwei bis drei Jahre neue Alben, die sich aufgrund ihrer treuen Fangemeinde gut verkaufen. Wer sich einen Überblick über das Werk der Künstlerin verschaffen will, dem empfehle ich A Piano - The Collection (2006), eine Mischung aus Best Of und Raritätenschau, insgesamt 86 Songs auf fünf CDs aus 15 Jahren.
Natürlich sind auch die späteren Alben durchaus hörenswert. Während sich Tori Amos mit American Doll Posse (2007) durch die Darstellung unterschiedlicher Weiblichkeitsentwürfe auf die weiblichen Gottheiten des Olymp bezieht, setzt sie sich auf Abnormally Attracted To Sin (2009) mit den ambivalenten Moralvorstellungen der Gesellschaft auseinander und plädiert für spirituelles Miteinander.
Am 16. September 2011 erschien das aktuelle Album Night of Hunters, beim Label Deutsche Grammophon. Das Album besteht aus 14 Stücken, deren Melodie sich jeweils an ein klassisches Werk anlehnt.



www.toriamos.com






                                                      




                                                                         

Freitag, 27. Januar 2012

Kate Voegele

Kate Voegele ist eine amerikanische Singer-Songwriterin. Sie wurde 1986 in Bay Village/Ohio geboren. Ihr Vater brachte ihr als Teenager bei, Gitarre zu spielen. Sie begann bald, eigene Songs zu schreiben und hatte Auftritte in der näheren Umgebung ihrer Heimatstadt. 2005 bekam sie die Chance, bei dem großen Hilfs-Konzert Farm Aid neben Größen wie Neil Young aufzutreten. Dieses Erlebnis festigte ihren Wunsch, Musikerin zu werden.
Als ein Freund ein eigenes Plattenlabel eröffnete, gewann er Kate Voegele als erste Künstlerin. Sie veröffentlichte Ihr Debüt-Album Don't Look Away 2007 und tourte mit der Musikerin Natasha Bedingfield. Seit 2008 ist ihr Bekanntheitsgrad enorm gestiegen, weil sie in der beliebten TV-Serie One Tree Hill die Sängerin Mia Catalano spielt. Hier kann sie ihre Songs einem breiten Publikum präsentieren.
2009 veröffentlichte Kate Voegele ihr Album A Fine Mess. Durch ihr natürliches Auftreten und ihren geradlinigen Pop-Rock-Sound hat sie sich inzwischen eine große Anhängerschar geschaffen. Sie spielt gerne live und unterhält sich mit ihrem Publikum. Sie versteht die Bühne als ihr Wohnzimmer, in dem sich auch ihr Publikum wohlfühlen soll.
2011 erschien Kate Voegeles drittes Album Gravity Happens.




www.katevoegele.com



         


                                                                                                                          

Mittwoch, 25. Januar 2012

Cat Power

Cat Power ist eine amerikanische Singer-Songwriterin. Sie wurde 1972 in Atlanta/Georgia als Charlyn Marie Marshall geboren. Ihre Eltern ließen sich früh scheiden. Vater Charlie war Wandermusiker, sein Schwerpunkt lag auf dem Bluespiano. Die Karriere einer Musikerin schwebte Cat Power eigentlich gar nicht vor, als sie nach abgebrochener High-School-Laufbahn nach New York ging.
1994 lernte sie Steve Shelley von Sonic Youth und Tim Foljahn von Two Dollar Guitar kennen. Diese ermutigten sie zu Studio-Aufnahmen und spielten auf ihren ersten beiden Alben Dear Sir (1995) und Myra Lee (1996). 1996 bekam sie einen Vertrag bei Matador, wo ihr drittes Album What Would the Community Think (1996) erschien, auf dem u.a. die Single und das Video zum Kulthit Nude As The News zu finden sind.
Das Album Moon Pix (1998) wurde in Australien aufgenommen. Mit diesem Album und der Single Cross Bones Style festigte Cat Power ihren Kultstatus bei Kritikern und Fans. Ihr Musikstil ist minimalistisch, sie begleitet sich mit sparsamen Gitarren- und Pianoklängen selbst, oft unterstützt von einer Violine, Schlagzeug oder anderen Instrumenten. Ihr Gesang in der Tradition des Folk, Blues und Country der Südstaaten ist ätherisch und erscheint entrückt und zerbrechlich.
Nach einem Album mit fremdem Material, The Covers Record (2000), erschien 2003 wieder ein Album mit eigenen Songs, You Are Free. Zeitlose Folksongs und berührende Balladen, das nervöse Free überzeugt ebenso wie Evolution, ein Song, der nach tiefer Nacht, Kerzenschein und Whiskey klingt. Der Alkohol hatte zu diesem Zeitpunkt einen gefährlich hohen Stellenwert in ihrem Leben eingenommen. 2003 begab sich Cat Power in medizinische Behandlung und kam allmählich wieder auf einen guten, gesunden Weg.
Das Album The Greatest erschien am 2006. Anders als der Titel vermuten lässt, handelt es sich dabei nicht um ein Best-Of, sondern um ein neues Studioalbum. Das Album ist – anders als seine oft kargen Vorgänger – sehr großzügig instrumentiert. Neben Piano und Gitarre kommen in vielen Songs Bläser, Saxophon, Orchester oder Country-Instrumente zum Einsatz.
In den Jahren 2006/2007 arbeitete Cat Power – unter dem Namen Chan Marshall -  an dem Wong Kar-wai Film My Blueberry Nights mit. Sie lieferte Musik für den Soundtrack (die Songs Living Proof und The Greatest aus dem gleichnamigen Album) und sie agierte als Schauspielerin.
Das 2008 veröffentlichte Album Jukebox enthält mit Metal Heart und Song to Bobby zwei eigene Kompositionen, die weiteren 11 Songs sind eigenwillige und interessante Versionen von Songs, wie z.B. New York (bekannt durch Frank Sinatra), I Believe In You (Bob Dylan), Blue (Joni Mitchell) und Ramblin' Woman (Hank Williams).




www.matadorrecords.com/cat_power/





                                                                  



                                                                                      

Dienstag, 24. Januar 2012

Nelly Furtado

Nelly Furtado ist eine portugiesisch-kanadische Musikerin. Sie wurde 1978 in Victoria/British Columbia geboren. Als Kind portugiesischer Einwanderer wuchs sie, zusammen mit ihren beiden Geschwistern, in ärmlichen Verhältnissen auf. Durch ihren Großvater und ihren Onkel, die beide Musiker waren, und ihre Mutter, die im Chor sang, kam Nelly früh mit Musik in Berührung. Sie erhielt mit vier Jahren Klavierunterricht, mit sieben lernte sie die Ukulele, mit neun Posaune, mit elf Keyboard und Gitarre. Sie besuchte mit ihren Eltern regelmäßig die Kirche, erlernte dort volkstümliche portugiesische Tänze und wurde Mitglied einer portugiesischen Blaskapelle. Mit 12 Jahren schrieb sie ihre ersten eigenen Songs. Ihr Interesse galt zunächst der Popmusik, später hörte sie auch R&B, HipHop, Rock, brasilianische Musik und Fado.
In ihrer Jugend litt Nelly Furtado unter Depressionen und hatte ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern. Dementsprechend verließ sie nach dem Abschluss der High School im Jahre 1996 das Elternhaus und zog zu ihrer Schwester nach Toronto. Dort arbeitete sie an ihren Songs und tourte als Teil des Hip-Hop Duos Nelstar durch die Clubszene. 1999 wurden dann die Produzenten Track & Field auf die junge Künstlerin aufmerksam und unterstützen sie bei den Vorbereitungen für ihr Debütalbum Whoa, Nelly!, das im Oktober 2000 bei dem amerikanischen Label DreamWorks erschien. Das Album vereint Pop, Hip-Hop und Folk und Elemente traditioneller Musikrichtungen wie brasilianischen Bossa Nova und portugiesischen Fado. Es blieb eine ganze Weile unbeachtet bis schließlich die Singles I'm Like A Bird und Turn Off The Light doch noch den erhofften Erfolg brachten. Whoa Nelly! Erreichte in mehreren Ländern Gold und Platinstatus und Nelly Furtado erhielt 2002 einen Grammy in der Kategorie Best Female Pop Vocal Performance für I'm Like a Bird.
2003, rund zwei Monate nach der Geburt ihrer Tochter, veröffentlichte die Musikerin ihr zweites Album Folklore, das traditionellen portugiesischen Fado und modernen Pop vermischt. Die Lieder sind im Gegensatz zum Debütalbum überwiegend akustisch gehalten, um weniger die musikalische Untermalung, als vielmehr die melancholischen und nachdenklichen Texte in den Vordergrund zu stellen. In diesen setzt Nelly Furtado sich vorrangig mit ihren portugiesischen Wurzeln und ihrem Arbeiterklassen-Hintergrund auseinander, da sie den plötzlichen kommerziellen Erfolg der vergangenen Jahre verarbeiten und genauer ergründen wollte. In den USA war das Album dann auch nicht so erfolgreich. In Deutschland dagegen konnte sich Folklore mit den Singles Powerless (Say What You Want) und Força, dem offiziellen Titelsong zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal, erstmals in den Top Ten der deutschen Album- und Single-Charts platzieren.
Mit dem dritten Album Loose (2007) vollzog Nelly Furtado einen radikalen musikalischen Stilwandel. HipHop und R&B beherrschen den neuen Sound, der deutlich die Handschrift  des Produzenten Timbaland trägt. Trotz einiger Kritik an diesem Wandel, wurde das Album überaus erfolgreich. In zahlreichen Ländern erreichte sie Platz eins der Charts und die Singles All Good Thing (Come To An End) und Say It Right wurden millionenfach verkauft.
2009 erschien Nelly Furtados viertes Album Mi Plan, das ausschließlich in spanischer Sprache aufgenommen wurde. Es erreichte nicht einmal annähernd die Verkaufszahlen der Vorgänger und wurde daher zum ersten wirklichen Misserfolg der Künstlerin. Ein neues Album ist für Mitte 2012 angekündigt.




www.nellyfurtado.com